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PLAY RETRO – Klassiker (DSA, Burntime, Oldtimer) neu aufgelegt

Erstellt von jippel am Freitag 18. Mai 2012

PLAY RETRO OldtimerSo ganz sind unsere alten Klassiker noch nicht in der Versenkung verschwunden. Die UIG Entertainment GmbH hat  einige alte Spiele neu aufleben lassen und als Serie „PLAY RETRO“ in den Verkauf gebracht. Die Aufmachung der Spiele ist ansich nichts besonderes, auch auf die original gedruckten Handbücher muß man verzichten – ABER alle Spiele aus der Serie sollen unter modernen Betriebssystemen (Windows XP, Windows Vista und Windows 7) lauffähig sein. Normalerweise brauchte man einen alten Rechner mit DOS oder spezielle Tools wie z.B. DosBox um in den Genuß der alten Schätze zu kommen…

Folgende Spiele sind bisher in der Serie PLAY RETRO erschienen:

1. Albert Lasser’s Clearing House (1995, von MAX Desgin) – Dabei handelt es sich um eine Wirtschaftssimulation, die den Alltag eines Brokers darstellen soll. Zu meiner Schande muß ich gestehen, das ich von dem Spiel bis heute nichts gehört und es auch noch nicht gespielt habe. Werde ich aber bei nächster Gelegenheit nachholen.

2. 1869 Hart am Wind (1992, MAX Design) – Ebenfalls eine Wirtschaftssimulation von MAX Design, die den Spieler in das 19. Jahrhundert entführt. Ich erinnere mich noch an einen ziemlich knackigen Schwierigkeitsgrad. Das Spiel kann man grob mit „Der Patrizer“ vergleichen.

3. Oldtimer – Erlebte Geschichte Teil 2 (1994, MAX Design) – Wieder eine Wsim aus dem Hause MAX Design. An diese erinnere ich mich noch ziemlich gut, da ich Oldtimer ausgiebig gespielt und auch in den letzten Jahren immer mal wieder rausgekramt habe. Man startet als Pionier in der Automobilbranche und kann seine eigenen Modelle entwickeln. Am Anfang ist man noch auf Zulieferer angewiesen, bis man seine kompletten Bauteile wie Karosse, Fahrwerk und Motor selbst entwickelt und hergestellt hat. Wenn nicht nur die Autos sondern auch das Geschäft brummte, konnte man Zweigstellen in weiteren (europäischen) Ländern eröffnen, um den Absatzmarkt zu vergrößern. Insgesamt eine stimmige Simulation für bis zu zwei Spieler, die auch historische Ereignisse (Einführung des Fließbands, 1. Weltkrieg) in den Spielablauf einbezieht.

4. Burntime (1993, MAX Design) – Großvater aller postapokalyptischen Computerspiele und zudem sehr innovativ für damalige Verhältnisse. Es vermischt Strategie mit Rollenspiel-Elementen, hat aber auch Anteile von Action- und Adventure-Spielen. Als Einzelkämpfer schlag ihr euch durch die menschenfeindliche Umwelt und müßt drei Widersacher aus dem Weg räumen. Gold und Silber haben jede Bedeutung verloren, man bezahlt mit Essen (Ratten oder Schlangen) bzw. Trinken oder anderen brauchbaren Dingen. Nach und nach kann man Söldner, Techniker und Ärzte anheuern, um Städte und Handelswege zu besetzen. Ein durchaus interessantes Spiel, auch konnten wie bei Oldtimer zwei Spieler an einem PC zusammen spielen.

5. Das schwarze Auge – Teil 1 – Die Schicksalsklinge (1992, Attic)

6. Das schwarze Auge – Teil 2 – Sternenschweif (1994, Attic)

7. Das schwarze Auge – Teil 3 – Schatten über Riva (1996, Attic) – Meine absoluten Lieblings-Rollenspiele für den PC..bin ja eigentlich nicht soo der Rollenspieler, aber die Serie hat es mir damals wie heute echt angetan. Die Reihe spielt in Aventurien, der Welt des bekannten Pen&Paper Rollenspiels. Aber auch Leute die sich bisher noch nicht mit dieser Vorlage beschäftigt haben werden leicht Zugang zu den Spielen finden. Vorwissen ist eigentlich nicht nötig, kann aber hier und da mal helfen. Die drei Teile sind auch als „die Nordland-Trilogie“ bekannt. Teil eins spielt in Thorwal. Hier bedrohen Orks die größte Stadt. Eure Gruppe wird nun ins Orkland geschickt um eine legendäre Waffe – die Schicksalsklinge – zu finden, mit der man die Orks zurückschlagen will. Im zweiten Teil belagern die Orks die Stadt Lowangen, wieder werdet ihr auf eine Suche nach magischen Artefakten geschickt, diesmal der Salamanderstein und die Wunder-Axt „Sternenschweif“. Im dritten Teil soll man in der Hafenstadt Riva einigen Gerüchten nachgehen und für Ordnung sorgen, da wäre z.B. ein bösartiger Magier, eine Vampira oder der als Gilde getarnten Gaunerbande. Man spielt jeweils mit einer Truppe aus sechs Charakteren. Diese kann man im Vorfeld selbst erstellen (Werte auswürfeln, Typus wählen..). Im Spielverlauf trifft man des öfteren auf NPCs, die sich der Gruppe anschließen und eifrig mitkämpfen. Was mir an der Nordland-Trilogie besonder gefallen hat, ist die nicht lineare Handlung. Man kann sich quasi frei in der Spielwelt bewegen und den Quests nachgehen, die am interessantesten klingen. Eine weitere gute Funktion ist der „Gruppen-Import“. Wenn man den ersten Teil durchgespielt hat, muß man von seiner ans Herz gewachsene Abenteuer-Truppe nicht Abschied nehmen, sondern kann diese in die nächsten Teil mitnehmen. Abgerundet wird das alles durch den sehr stimmungsvollen Soundtrack. Im englischen ist die Serie unter dem Namen „Realms of Arkania“ bekannt. Alles in allem eine absolute Empfehlung, nicht nur für Rollenspiel-Freunde.

FAZIT:

Auch wenn ich treuer Verfechter der alten Versionen im Papp-Karton inklusive gedruckter Anleitung bin – man muß nur mal einen Blick auf die mit viel Aufwand und Hintergrundwissen erstellten Handbücher von z.B. Oldtimer und Burntime werfen – kann ich mich mit der PLAY RETRO-Serie durchaus anfreunden. Erstens nehmen die Spiele so weniger Platz als die dicken Kartons ein ( ;-p ) und zweitens sind die Spiele „sofort“ unter modernen Betriebssystemen einsatzbereit. Auch wenn hier etwas getrickst wurde: Ganz ohne DosBox geht es doch nicht…nur der Andwender bekommt hiervon kaum etwas mit. Das Spiel startet automatisch in einer fertig konfigurierten DosBox, es muss also nichts mehr eingestellt werden. Ich habe es mit Das schwarze Auge – Sternenschweif probiert, klappte einwandfrei auf meinem Win 7 (64bit) Rechner, mit Vollbild und Sound. Einem schnellen Spiel steht nun auch Leuten offen, die mit der DosBox nicht viel am Hut hatten. Alles in allem finde ich es schön, dass die alten Spiele dadurch wieder etwas mehr von der Beachtung bekommen, die sie verdient haben.

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